Repertoire. Kann ich als männlich gelesener Sänger auch Stücke singen, die für weiblich gelesene Sängerinnen geschrieben wurden?
Ja, absolut – ein männlicher Sänger kann problemlos Stücke singen, die ursprünglich für weiblich gelesene Sängerinnen geschrieben wurden. Das passiert sogar sehr häufig.
Man muss nur ein paar Dinge beachten.
Viele Songs werden einfach in eine andere Tonart transponiert, damit sie besser zur männlichen Stimme passen. Ein Beispiel dafür ist „Rolling in the Deep“ von Adele. Der Song wird von Männern oft ein paar Halbtöne tiefer gesungen. Das bedeutet die Melodie bleibt gleich, nur die Tonhöhe verschiebt sich.
Manche männlich gelesene Sänger singen Teile eines Songs im Falsett. Dadurch kommen sie in ähnliche Höhen wie viele weiblich gelesene Stimmen. Prince ist ein gutes Beispiel und nutzte oft sehr hohe Register.
Manche Sänger ändern Pronomen oder Perspektiven im Text – andere lassen alles genau wie im Original. Beides ist völlig okay.
Es gibt viele erfolgreiche Covers, bei denen Männer Songs von Frauen singen:
Jeff Buckley – Hallelujah (wurde auch oft von Sängerinnen interpretiert)
Chris Cornell – Nothing Compares 2 U (bekannt durch Sinéad O'Connor)
Harry Styles singt häufig Songs aus unterschiedlichen Stimmlagen
Auch im Jazz ist es ganz normal, dass Standards nicht geschlechtsspezifisch gesungen werden. Von „New York, New York“ gibt es sehr berühmte Aufnahmen von Liza Minelli und Frank Sinatra.
Faustregel:
Wenn ein Song gut zu deinem Stimmumfang und Stil passt, spielt es keine Rolle, ob er ursprünglich von einer weiblich gelesenen Person gesungen wurde.